GEHT DIE SONNE IM NORDEN AUF? Innerhalb weniger Jahre hat das Naturbild der jungen Generation gravierende Veränderungen erfahren: Für viele geht die Sonne inzwischen im Norden auf, aus dem Hirsch ist ein Reh und aus dem Kitz ein Kid geworden...mehr
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30% aller jugendlichen Internet- Nutzer sind von Online-Sucht bedroht und immerhin 15% erkennen bei sich selbst bereits akute Symptome hierfür. Das ist das Ergebnis der Studie" Verloren im Netz", die der Münchener Jugendforscher und Buchautor Axel Dammler zu seinem gleichnamigen Buch* vorgestellt hat. Dammler befragte hierzu mit seinem Forschungsinstitut iconkids&youth insgesamt 929 jugendliche Internetnutzer zwischen 10 und 19 Jahren, die im Rahmen einer Repräsentativbefragung von 1066 Jugendlichen herausgefiltert wurden. Ursache für diese dramatische Entwicklung ist der immer vielfältigere Einsatz des Internets im Alltag der Jugendlichen. Dass dies bis zur Sucht führen kann, erkennen auch die Jugendlichen selbst: 70% der Befragten glauben, dass das Internet Jugendliche süchtig machen kann, und 21% sind schon mit Fällen von Online- Sucht in Kontakt gekommen.( Zum Vergleich: Fälle von Online- Mobbing haben nur 11% erlebt.) Die Online- Sucht ist aus Sicht von Dammler das größte Risiko durch die jugendliche Internetnutzung: "Es wird gravierende Folgen haben, wenn die Jugendlichen dauerhaft in die Virtualität abdriften und den Zugang zur Realität verlieren– vom Verfall des Solidarprinzips bis hin zur Unmöglichkeit politischer Willensbildung in unserer Demokratie." Gefahrenquellen wie der" virtuelle Striptease" in Communities, gewalttätige und pornografische Inhalte oder Internet-Kriminalität seien im heutigen Internetalltag zwar häufiger, sie werden laut Dammler aber eher kurzfristige Erscheinungen bleiben: "Die Jugendlichen sind nicht doof. Sie haben schon bei den Handy-Downloads schnell gelernt, Fallen auszuweichen." Axel Dammler warnt aber trotz der langfristigen Gefahren auch in seinem Buch "Verloren im Netz"* davor, den Zugang der Jugendlichen zum Internet zu beschränken. "Wenn sich die Jugendlichen ins Web zurückziehen, dann läuft in der realen Welt etwas falsch. Wir müssen zunächst einmal dafür sorgen, dass die Jugendlichen in unserer Gesellschaft ihren Platz finden, wenn wir verhindern wollen, dass sie in die Online-Sucht abdriften."