Die verschiedenen Mediennutzungen der Teenager werden in der JIM-Studie untersucht

JIM-Studie 2018: Die Lebenswelt der Jugendlichen ist digital und „smart“ – mit analogen Ausnahmen

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In diesem Jahr feiert die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest ihr 20-jähriges Jubiläum. JIM steht dabei für Jugend, Information, Medien – und so beleuchtet die Studie seit 1998, welche Rolle Medien im Alltag von 1219-Jährigen spielen. Die vielleicht größte Überraschung dabei: Bücher sind in Zeiten von WhatsApp, Instagram, Snapchat und Co. genauso beliebt wie vor 20 Jahren. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse der Studie zusammengefasst.

Jugendliche sind nicht mehr draußen unterwegs, treffen keine Freunde, verlernen zu kommunizieren und hängen nur noch an ihren Smartphones? Stimmt laut JIM-Studie so nicht ganz: Die Teens von heute sind zwar mobil und online – schließlich sind ganze 97 % von ihnen im Besitz eines Smartphones – aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Noch immer sind für die große Mehrheit Treffen mit Freunden die beliebteste Freizeitaktivität (ohne Medien).

Isolation in der digitalen Welt: Fehlanzeige

Eine Jugendliche mit ihrem SmartphoneAber auch bei der Beschäftigung mit Medien wird Kommunikation großgeschrieben: Fast alle Teenager, nämlich stolze 95 %, chatten am liebsten per WhatsApp mit Freunden. Dahinter folgen Instagram mit 67 % und Snapchat mit 54 %. Facebook ist dagegen endgültig out und wird nur noch von einem geringen Teil der Jugendlichen genutzt. Dass die Kids so viel online sind, ist nicht verwunderlich bei dem Datenvolumen, das ihnen zur Verfügung steht: Einige können sich an bis zu 10 GB monatlich austoben.

Übrigens: Selbst beim Spielen von Online-Games geht die Vernetzung weiter. Hier steht die Kommunikations-Software Teamspeak hoch im Kurs, wo sich mehr als die Hälfte der Jugendlichen nicht nur über das Spiel, sondern auch über private Themen austauscht.

Es bleibt dabei: mobile first!

Wie allgegenwärtig das Smartphone ist, zeigt sich bei den Geräten, mit denen die Teens online gehen: Hier dominiert es ganz klar vor sämtlichen anderen Geräten. Deutlich mehr als die Hälfte der Jugendlichen geben an, nie über einen Laptop oder einen stationären PC ins Internet zu gehen, obwohl der Großteil der Teenager ein solches Gerät besitzt – die Zukunft bleibt vertikal.

Teenager mit ihren Smartphones

Wird YouTube das neue Google?

Ihre Informationen beschaffen die 12–19-Jährigen sich nicht nur über Google, sondern auffallend häufig auch über YouTube. Das Video-Portal liegt bei den meist-frequentierten Seiten wieder ganz klar vor Wikipedia. Hier schauen die Jugendlichen sich bei Bedarf informative Videos an, statt in der Online-Enzyklopädie nachzulesen.

Teens surfen etwas weniger als im Vorjahr

Trotz hohem Stellenwert des Internets und Allgegenwärtigkeit des Smartphones hat die Nutzungsdauer des Internets überraschenderweise leicht abgenommen: Statt 221 Minuten (2017) surfen die Jugendlichen unter der Woche „nur“ noch 214 Minuten.

Dabei wird das Netz vor allem zur Kommunikation und zur Unterhaltung genutzt, Spiele folgen auf dem dritten Platz und Informationssuche spielt nur eine untergeordnete Rolle. Auffällig: Bei den bevorzugten Apps wird Snapchat eher zur Kommunikation eingesetzt und kaum, um Marken zu folgen – dafür verwenden die Jugendlichen eher Instagram.

JIM-Studie zeigt: Fake News haben es schwer

Fake News und alternative Fakten gehen auch an Teenagern nicht spurlos vorbei. Aber: Die Teens von heute sind gut informiert und legen sich klar auf Nachrichtenangebote fest, denen sie Vertrauen schenken. Am besten bewertet wurden Tagesschau und Tagesthemen der ARD, während die BILD auf den letzten Plätzen landete. Jugendliche gehen mit zunehmendem Alter deutlich differenzierter an die verschiedenen Angebote heran.

Cyber-Mobbing ist nicht verschwunden

Entgegen der positiven Erkenntnisse aus der Studie bleibt ein Thema als Schattenseite der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten auch in diesem Jahr bestehen: Mobbing. Jeder fünfte Teenager war bereits in der Situation, dass über ihn oder sie peinliche/beleidigende Inhalte im Netz oder per Handy verbreitet wurden, egal, ob bewusst oder unabsichtlich. Häufiger trifft es die Jungen (22 %) als die Mädchen (15 %). Insgesamt sind 16–17-Jährige am stärksten selbst betroffen oder haben im Bekanntenkreis Cyber-Mobbing miterlebt.

Was passiert, wenn die Teens nicht online sind?

Infografik über die Freizeitaktivitäten der Teens

Quelle: JIM 2018, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten, n=1.200

Natürlich gibt es sie noch, die analogen Freizeitaktivitäten: 69 % der 12–19-Jährigen machen mehrmals pro Woche Sport, viele musizieren oder gehen auf Partys und jeder dritte besucht sogar mindestens einmal pro Monat einen Gottesdienst oder eine Bibliothek.

Apropos Bibliothek: Analoges Lesen von Büchern ist noch immer sehr beliebt. Im Rahmen der 20 Jahre, die es die JIM-Studie bereits gibt, hat sich die Relevanz von Büchern in der Lebenswelt von Jugendlichen nicht verändert. Trotz Internet taucht ein konstanter Teil der Teenager regelmäßig in die fiktionalen Buchwelten ein. Bei Mädchen sind es 1998 wie 2018 stolze 47 %, bei den Jungen mit 34 % sogar etwas mehr als vor 20 Jahren.

Die Teenager lesen dabei vielfach sogar noch dieselben Titel, die vor 20 Jahren angesagt waren. Zwerge, Drachen und Zauberer wecken Begeisterung: So finden sich unter den beliebtesten Buchtiteln die Dauerbrenner Harry Potter und der Herr der Ringe.

Lineares Fernsehen durch Streaming unter Druck

Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime stehen laut Auswertung der JIM-Studie hoch im Kurs und werden in 3 von 4 Familien genutzt. Die Hälfte der Teenager schaut über dieses Angebot regelmäßig Sendungen, Serien oder Filme. Entsprechend abgenommen hat die Nutzung des linearen Fernsehens: Waren es letztes Jahr noch über die Hälfte der Jugendlichen, die ihre Fernsehsendungen regelmäßig „live“ schauten, so sind es 2018 weniger als die Hälfte. Um 7 Prozent hat das lineare Fernsehen verloren, besonders deutlich ist die Entwicklung bei älteren Teenagern, die nun lieber streamen.

Verdrängen Allround-Geräte alles andere?

Während der Besitz von Radios, DVD- und MP3-Playern abnimmt, verfügt mittlerweile jeder fünfte Jugendliche über einen Smart TV. Über diesen und das Smartphone lassen sich Filme und Serien streamen oder Musik hören. Ersetzen die Allround-Geräte künftig alle anderen? Hier zeichnet sich ein spannender Trend ab.

Familien werden „smarter“ – außer bei der Zeitung

Ein Mädchen liest ein BuchDie Geräteverfügbarkeit in Haushalten offenbart, dass auch digitale Sprachassistenten auf dem Vormarsch sind. 14 % der Haushalte verfügen bereits über Geräte wie Alexa oder Google Home und auch Wearables wie Smart Watches und Fitness-Armbänder gibt es in 22 % der Familien. Bei so viel Technik und Vernetzung verwundert es fast, dass jede zweite Familie noch immer eine Tageszeitung abonniert hat. Auch hier behält das auf Papier gedruckte Wort einen hohen Stellenwert.

Wir sind gespannt, ob wir in weiteren 20 Jahren zurückblicken und feststellen werden, dass Teenager noch immer am liebsten analog lesen!

Im Rahmen der JIM-Studie 2018 wurden 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren befragt. Weitere Infos und die Studie mit allen Details gibt es hier: https://www.mpfs.de/studien/jim-studie/2018
Mehr über die junge Zielgruppe erfahren Sie außerdem in unserem Blogbeitrag Emotional Brand Building – Erkenntnisse über Kinder als Zielgruppe im Marketing oder in unseren Insights aus über 20 Jahren Agentur-Alltag: eoa gibt Insights.

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